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Solothurner Zeitung / MLZ; 02.11.2004
LeBuWa Zeitung

Luterbach Kindergarten und Primarschule werden mit Pestalozzi-Preis ausgezeichnet

Luterbachs Kindergarten und Primarschule werden mit dem Pestalozzi-Preis für kinderfreundliche Lebensräume ausgezeichnet. Die Kinder haben nun auch ein gewichtiges Wort mitzureden, was mit dem Preisgeld von 10 000 Franken angeschafft wird.

Marco Zwahlen

Wir fühlen uns sehr geehrt und sind stolz», sagt Rolf Caccivio, Schulleiter der Primarschule Luterbach. Diese wird am 19. November zusammen mit dem Kindergarten für ihr intensives Engagement zugunsten von Kindern mit dem «Pestalozzi-Preis für kinderfreundliche Lebensräume» ausgezeichnet. Die Schule teilt die mit 20 000 Franken dotierte Auszeichnung mit der bernischen Einwohnergemeinde Moosseedorf.

Mit dem «Pestalozzi-Preis werden öffentliche Körperschaften wie Gemeinden, Städte oder Schulen honoriert, welche die Lebensbedingungen für Kinder verbessern, insbesondere in den Bereichen Freizeit und Kultur, Sozialpolitik, kindergerechte Schulen sowie Mitbestimmung der Kinder. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben, heuer zum fünften Mal. Massgebend für die Beurteilung der eingereichten Bewerbung ist die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes. Diese hat die Schweiz 1997 ratifiziert. Unter den bisherigen Preisträgern befindet sich auch das Schulhaus Brühl in Solothurn, welches 1998 ausgezeichnet wurde. Getragen wird der Preis vom Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, von der Stiftung Pro Juventute, der Unicef Schweiz, der Kinderlobby Schweiz und der Pestalozzi-Stiftung.

Kinder gestalten mit
«Das Schöne an der Anerkennung ist, dass sie von aussen kommt. Dies ist für uns alle eine riesige Motivationsspritze», so Caccivio. Mit «allen» meint der Schulleiter sowohl die Kinder und Lehrkräfte wie die Eltern und Luterbacher Behörden. Der Preis sei Resultat der gegenseitigen Unterstützung. Ein Produkt verkörpere ein Ergebnis, «das Produkt Schule ist aber nicht so fass-bar», so Caccivio. Mit dem Preis sehe dies nun anders aus.

An der «Just Community»-Schule in Luterbach werden die Kinder verstärkt in die Gestaltung des Schullebens einbezogen. Das Mitspracherecht der Kinder reicht von der Mitgestaltung des Schulhauses und des Pausenplatzes, über die Organisation von Festen und Aktivitäten, bis hin zu Fragen, wie alle Beteiligten miteinander umgehen sollen. An periodisch stattfindenden Vollversammlungen, wo alle Kinder teilnehmen, werden Projekte vorbereitet, in Kleingruppen weiterentwickelt, im Plenum ausdiskutiert und schliesslich mit Mehrheitsentscheid abgesegnet. Der Grundgedanke von «Just Community» ist es, dass Kinder soziales Verhalten, Verantwortungsbereitschaft und demokratisches Verständnis besser entwickeln, wenn sie in der Praxis entsprechende Übungsfelder erhalten. Für die Eltern wurden an der Primarschule Teilzeitstellen geschaffen, wo sie die Kinder nach der Schule bei Hausaufgaben und Nachhilfe betreuen. Im Weiteren gibt es einen gut besuchten Mittagstisch.

Verwendung noch offen
Was wird der Kindergarten und die Primarschule Luterbach mit den 10 000 Franken machen? «Das ist noch offen. Wir haben den Preis unter anderem aufgrund der gelebten Mitbestimmung der Kinder bekommen. Sie können nun auch über die Verwendung des Preisgeldes mitbestimmen», sagt Caccivio. Mit grösster Wahrscheinlichkeit werde etwas im Aussenbereich gemacht. Beispielsweise könnte man Aussenspielgeräte anschaffen. Ideen sind laut Caccivio in einer Vollversammlung Anfang nächsten Jahres gefragt.

Preisübergabe Freitag, 19. November, 10.10 Uhr in der alten Turnhalle Luterbach. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte bereiten ein spezielles Programm vor.

 

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