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Der «Ticker» aus England

Balm bei Günsberg/Luterbach Derek Pratts Vorliebe für allerlei Räderwerke. Der Mechanismus der Wasseruhr fürs Luterbacher 950-Jahr-Jubiläum ist im Moment die Hauptbeschäftigung des Uhrentechnikers Derek Pratt. Am Begegnungstag vom 1. September wird die einzigartige Uhr enthüllt. Mit seinen handgesteuerten Maschinen stellt der «Tüftler» aber auch ungewöhnliche Taschenuhren her.

Der gebürtige Engländer Derek Pratt stellt für das 950-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Luterbach eine spezielle Wasseruhr her.

Rund fünf Meter hoch soll die Jubiläums-Wasseruhr werden. Ein entsprechendes Holzmodell steht als Vorschau beim Gemeindehaus. Die Idee dieses Vorhabens zündete an den Solothurner Handwerkertagen im November 2000. Derek Pratt präsentierte dort eine Wasseruhr. Wasser und Stein, das ist es, ging es Gemeindepräsident Max Wittwer durch den Kopf. Was passt schliesslich besser zu Luterbach?

Losgelassen wurde diese Idee nicht mehr. Derek Pratt ist für den Mechanismus verantwortlich, das Gehäuse fertigt Dieter Schmelzer der Metallbaufirma Frey in Zuchwil mit seinem Schlosserteam an. Das Grobkonzept erstellt Steinbildhauer Hans Peter Zuber, der auch die Bauleitung übernimmt und den Sockel und die Pendellinse aus Jurakalkstein aus dem Steinbruch in Laufen (BL) fertigt. Die Uhr wird ans Wassernetz angeschlossen und läuft nur mit Wasserdruck, ohne Pumpe. Am Begegnungstag der 950-Jahr-Feier am 1. September wird die einzigartige Uhr enthüllt.

Faszination Wasser und Räder
Das Element Wasser faszinierte Derek Pratt schon in der Kindheit. «Beim Abwasch hatte ich jeweils ewig lange, weil ich mit dem Wasser spielte und tüftelte», erinnert sich der gebürtige Engländer. Seine erste Wasseruhr realisierte er im Hallenschwimmbad eines Schulfreundes in England. Die leere Wand und die Plättli, die wie Jurakalkstein aussahen, brachten ihn auf die Idee. Er fertigte die vom Wasser angetriebene Uhr an.

Schon als Kleinkind übten Uhren für den 1938 in der Nähe von London geborenen Derek Pratt eine grosse Faszination aus. «Ich wollte bereits als Vierjähriger herausfinden, wie diese funktionierten.» Seine Freunde nannten ihn deshalb einfach «Ticker». Am «National College of Horology» in London verwirklichte Derek Pratt seinen Traum vom Uhrentechniker. Dort lernte er die ganze Technologie kennen und stellte selber grosse und kleine Uhren her. Alles Handarbeit, versteht sich.

1963 kam der englische Meisteruhrmacher wegen seines Prototypes für Flugzeuguhren mit einer Schweizer Firma in Kontakt. Zwei Jahre später übersiedelte er in die Schweiz und machte sich 1972 selbstständig.

Mit Beruf und Hobby im Einklang
Seine Spezialität sind Taschenuhren. Wünsche von Privatpersonen sowie einer renommierten Firma in Biel (Urban Jürgensen & Sonner) verwirklicht er in ganz ungewöhnlichen Modellen. «Uhrmacher - als Beruf und Hobby - ist mein Leben», sagt der Meister. Das Herzblut hört man buchstäblich fliessen. In seinem Atelier stehen unzählige, antike Apparaturen wie Fräsmaschinen und Drehbänke, wo er die meisten Komponenten seiner Uhrwerke, aber auch Zifferblätter, Gehäuse und Zeiger herstellt. «Keine einzige computergesteuerte Maschine», verkündet der Fachmann stolz. Transmissionsriemen und gedrechselte Holzhandgriffe bestätigen die Handarbeit. Das Apparate-Durcheinander vergleicht er mit einer Küche. «Beim Kochen herrscht auch ein Chaos und zuletzt kommt etwas Gutes heraus», sagt er lachend. 1999 erhielt Derek Pratt den «Gaia-Preis» für Kunsthandwerk-Kreationen. Er ist zudem ein gefragter Autor in chronometrischen Belangen sowie Berater und Übersetzer für uhrmacherische Texte.

Hat der im Einklang mit Hobby und Beruf lebende «Tüftler» noch andere Hobbys? Ja, hat er und zwar wieder eines mit Rädern. Er sammelt Zweiräder. Sein rotes «Pedersen-Velo», Jahrgang 1903, vermag ihn immer noch durch den Leberberg zu führen.

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Hauptstrasse 20
Westfassade Gemeindeverwaltung

Hanspeter Zuber
Steinbildhauer

+41 (0)32 682 38 40

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